Russisch: ja! Russisches Imperium: Nein!

Ihr wisst ja, ich bin aus Lviv, Lemberg, die Stadt im Westen. Man sagt über uns, dass wir zusammenhalten wie sonst niemand. Das ist wohl wahr. Aber wir grenzen uns nicht ab. Gerade jetzt läuft eine Kampagne, in Lviv russisch zu sprechen, um unseren Mitbürgern aus dem mehrheitlich russisch-sprachigen Osten des Landes zu zeigen, dass wir alle ein Volk sind und die gleichen Rechte haben sollen.

Am Maidan gibt es nicht die Unterscheidung zwischen Ukranischem und Russischem Ukrainer. Sondern nur zwischen: da und nicht da. Aus diesem Selbstverständnis heraus spreche ich zu dem Zaren von Moskau: wenn ihr uns angreift, schlagen wir zurück! Wir haben genug von euren imperialen Wünschen. Wir haben genug von Russland (dem Staat, nicht den Menschen).

Seht ihr, was hier passiert? Zuerst unterstützt der Kreml Janukowitsch und seine kriminellen Freunde. Dann sperren sie ihre Grenzen für unsere Waren, dann ziehen sie zugesagte Kredite zurück, heute sagt Gazprom, dass sie wahrscheinlich den „Rabatt“ für die Gaslieferungen streichen werden. Хуйло verlegt 150.000 Soldaten an unsere Grenze. Seit Wochen und Monaten tobt ein Propaganda-Krieg in russischen Medien. Die Russen werden verarscht und belogen. Nicht nur zum Thema Ukraine. Und jetzt besetzen russische Soldaten die Krim. Damit hat der Krieg begonnen.

Erkennt ihr, was ihr hier seht? Wir haben Putin mit seiner Eurasischen Union in die Suppe gespuckt. Putin ist böse auf uns. Er will die Ukraine zerstören. Ein ungleicher Kampf? Ja, denn wir haben keine Chance gegen Russland. Allerdings hatten wir auch keine Chance gegen Janukowitsch. Und wir wissen, wie das geendet hat.

Handelt ihr, nach dem was ihr erkennt? Liebes russisches Volk. Ihr habt jetzt eigentlich keine Ausrede mehr. Wenn wir duldsamen Ukrainer es geschafft haben, sich aus der Diktatur zu befreien, dann könnt ihr das auch. Es gibt genug Reifen in Russland und der rote Platz ist groß genug für ein reinigendes Feuer. Wenn ihr jetzt nicht aufsteht, dann habt ihr es nicht besser verdient. Wo bleibt ihr also? Wollt ihr eure Söhne in den Krieg gegen die Ukraine schicken? Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Wir haben nichts zu verlieren. Denn wir haben schon gewonnen, worauf ihr noch wartet: unsere Freiheit, unsere Selbstachtung und unsere Ehre. Das kann uns niemand nehmen. Nicht mal Zar Putin.

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